Platform as a Service

PaaS verbessert nicht nur die Software-Entwicklung

Blog Post
Von Dr. Klaus Manhart    14. August 2017
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Mit Platform as a Service lässt sich die Software-Entwicklung deutlich optimieren. Doch PaaS könnte für viele Unternehmen wesentlich mehr sein: Der erste Schritt für einen umfangreichen Cloud-Umstieg - und ein zentraler Enabler der digitalen Transformation.

Cloud Computing verdankt seinen Siegeszug vor allem dem SaaS-Modell - dem Software-Bezug als Dienstleistung im Rahmen von "Software as a Service". Inzwischen bieten alle großen IT-Hersteller wie Oracle und SAP Cloud-Services auf Basis eines Subskriptionsmodells an.

Quasi im Windschatten von SaaS gewinnt derzeit ein anderes Cloud-Modell zunehmend an Aufmerksamkeit: Platform as a Service (PaaS). PaaS stellt im Wesentlichen eine Cloud-Plattform für Entwickler bereit. Der Vorteil. Der administrative Aufwand ist gering und weder Software noch Hardware müssen angeschafft werden. Software-Ingenieure werden so nicht mit Problemen wie der Installation und Verwaltung einer Entwickler-Infrastruktur belästigt.

PaaS ist inzwischen wie SaaS ein wesentlicher Bestandteil in den meisten großen Unternehmen. Viele Analysten prognostizieren, dass PaaS sehr schnell wachsen wird und der gesamte PaaS-Markt bis 2019 auf geschätzte 35 Milliarden US-Dollar ansteigt.

Was bringt PaaS?

PaaS optimiert die Software-Entwicklung in vielerlei Hinsicht. Mit PaaS können sich Entwickler auf ihre Kernkompetenz konzentrieren - und viel Zeit einsparen im Vergleich zur Vor-Cloud-Ära. So ersparen sie sich mit PaaS Aktivitäten wie das Installieren und Konfigurieren, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören. Das beschleunigt die Entwicklung und entschlackt sie von administrativen Aufgaben.

Die Entwicklung und Implementierung von Anwendungen in einem wesentlich schnelleren Tempo hat zudem DevOps ins Rampenlicht gerückt. Die zügige Ausführung in Cloud-Projekten hat außerdem agile Entwicklungsmodelle geführt. So unterstützt PaaS die DevOps-Automatisierung durch die Bereitstellung von Hooks in verschiedenen DevOps-Tools.

Einige der führenden IT-Anbieter stellen heute ein umfassendes PaaS-Angebot bereit. Dazu gehört die Unterstützung von Open Source DevOps-Tools wie GitHub, Jenkins und Maven, aber ebenso Plattformen für die Anwendungsentwicklung, die Integration und das Reporting sowie Analytics, Mobility, IoT und vieles mehr.

PaaS wird zum Enabler

Während PaaS bei professionellen Entwicklern zur präferierten De-facto-Komponente wird, könnte PaaS für viele Unternehmen auch der erste Schritt zu einer umfangreichen Cloud-Einführung sein. Dieses umfangreiche Cloud-Programm umfasst von PaaS über IaaS bis SaaS alles - und ist quasi ein Start aus der Mitte heraus.

Organisationen verlagern dabei ihre Kernentwicklungsplattform zu PaaS, verschieben dann ihre Infrastruktur in die Cloud und führen schließlich SaaS ein. PaaS wäre so ein wichtiger Enabler für die digitale Transformation, indem sie die traditionellen Geschäftsmodelle zerstört und agile Business-Modelle fördert, die auf die heutige moderne Marktdynamik ausgerichtet sind.

Mit der größeren Verbreitung von PaaS gibt es auch immer mehr Beweise für das, was PaaS verspricht. Es ist heute offensichtlich, dass PaaS als Entwicklungsplattform immer mehr Zugkraft gewinnt und es ist wichtig, dass sich Unternehmen der neuen Möglichkeiten bedienen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre Endkunden besser umsorgen zu können.