Artificial Intelligence Bots

Digitale Freunde

Blog post
Von Dr. Klaus Manhart    15. Februar 2017
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Bots sind die neuen digitalen "Freunde". Sie zeigen, dass Artificial Intelligence eine gewisse Reife erreicht hat. Der Vorteil der künstlichen Helfer im Vergleich zu Menschen: Sie lernen ständig und sind rund um die Uhr verfügbar.

Immer mehr Menschen interagieren mit kleinen digitalen Helfern - oft ohne es zu wissen. Bots sind intelligente Mini-Programme, die weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeiten und bei einfachen Tätigkeiten assistieren. Sie verändern gerade die Art, wie wir mit unseren Geräten kommunizieren - und ganz generell die Art, wie wir arbeiten.

Bots sind ein Beispiel dafür, dass Artificial Intelligence (AI) den Sprung von einer rein akademischen Disziplin in die Praxis geschafft hat. Gravierende Fortschritte im Bereich Maschinelles Lernen, neuronale Netzwerke und bei der Verarbeitung natürlicher Sprache haben eine (praktisch) angewandte AI möglich gemacht.

Angewandte AI

Die neuen Perspektiven, die sich mit der Computerisierung mentaler menschlicher Fähigkeiten ergeben, treffen auf Business-Bedürfnisse, die diese Fähigkeiten dringend benötigen: Die massiven, unstrukturierten Datenmengen beispielsweise brauchen intelligente Lösungen, die diese nutzbar machen können. Und Enduser erwarten heute, möglichst einfach mit Maschinen kommunizieren zu können - etwa in ihrer natürlichen Sprache.

Wipro hat ein besonderes Interesse an angewandter AI. Wenn man kognitive Schlüsselfähigkeiten wie Wahrnehmung, Lernen, logisches Schlussfolgern oder Sprechen in Computerprozesse umsetzt - also das, was die AI im Wesentlichen betreibt, kann man diese Algorithmen in einem Software-Stack implementieren und auf einer Applied AI-Plattform bereitstellen. Die HOLMES™ Plattform ist ein Ergebnis dieses Interesses - und Bots gehören ebenfalls dazu.

Bots unterstützen den Helpdesk

Wipro begann im Jahr 2014 Bots für den IT-Helpdesk zu entwickeln. Hierfür wurden historische Informationen genutzt und Maschinelles Lernen sowie die Verarbeitung natürlicher Sprache als AI-Technologien eingesetzt. Im September des gleichen Jahres waren bereits zehn Bots für den Helpdesk im Einsatz, die täglich über 10.000 Anfragen bearbeiteten. Sie übernehmen Aufgaben wie die Kategorisierung von Anfragen, assistieren bei der Aufgabenzuweisung und schlagen automatisch und eigenständig Lösungen für bestimmte Probleme vor. Der Vorteil im Vergleich zu Menschen: Sie lernen ständig und sind rund um die Uhr verfügbar.

Natürlich schüren Bots auch Ängste. Ängste etwa, dass Mitarbeiter vielleicht ihren Job verlieren. Doch das wird nicht das Problem sein. Es ist wohl richtig, dass AI-Systeme Menschen von einfachen, langweiligen Arbeiten befreien werden. Aber Menschen werden dafür andere, anspruchsvollere Tätigkeiten verrichten. Man sollte sich eher Gedanken machen, wie AI-Systeme und Menschen kollaborieren und miteinander zusammenarbeiten können. Auf diese Weise kann jeder - Mensch und Maschine - seine Stärken einbringen.

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