Game Changer Digitalisierung

Die Agenda für Controller

Blog Post
   10. April 2017
Die Digitalisierung revolutioniert die Unternehmenslandschaft – und damit auch das Controlling. In einer digitalen Welt ist ein exzellenter Umgang mit Daten mehr denn je ein überlebenswichtiger Wettbewerbsvorteil. Laut Prof. Schäffer und Prof. Weber von der WHU müssen sich Controller acht zentralen Herausforderungen stellen.

Es gibt kaum eine Branche, in der die Digitalisierung zurzeit nicht wesentliche Veränderungen anschiebt. Wer sich nicht anpasst, droht Marktanteile zu verlieren. Selbst große Unternehmen müssen sich neu erfinden, um ihre Position zu halten. Die Überlebensfähigkeit ihrer Unternehmen zu sichern, ist eine Hauptaufgabe der Controller. Aber wie steht es um ihr eigenes Überleben? Wird ein Manager in einigen Jahren noch zu seinem Controller gehen, wenn er Finanzdaten benötigt? Vielleicht geht er zum Softwareentwickler. Oder er schaut selbst auf seine App.

Der Kampf um die Datenherrschaft

Auf Basis einer umfassenden Zusammenarbeit mit weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet von Big Data am Institut für Management und Controlling (IMC) zeigt sich, dass sich Controller acht zentralen Herausforderungen stellen müssen.

Die grundlegendste dieser Herausforderung ist das Daten-Management. Um ihre Rolle als „Single Source of Truth“ für Steuerungsgrößen in Unternehmen zu behalten, müssen Controller in das Management von Daten investieren. Die Grundlage für die Nutzung großer Datenmengen sind fehlerfreie Roh- und Stammdaten. Dem ungeliebten Management dieser Daten kommt im digitalen Zeitalter daher eine zentrale Rolle zu. In Zeiten von Data Science Centers müssen Controller insbesondere die Konsistenz und die Kompatibilität von verschiedenen Daten- und Analysemodellen im Unternehmen sicherstellen.

Effizient, aber vor allem agil: "Das Controlling braucht eine Start Up Mentalität"

Veränderungen im Controlling hatten in den vergangenen Jahren primär eine Zielsetzung: die Steigerung der Effizienz. Durch Automatisierung, Standardisierung und Zentralisierung in Shared Service Centern konnten in Controlling-Prozessen enorme Effizienzsprünge erreicht werden, die durch die neuen technischen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Die Unternehmenssteuerung muss aber nicht nur effizienter, sondern auch agiler werden. Durch die Digitalisierung ändert sich der relevante Zeithorizont der Unternehmenssteuerung. Benötigt wird ein schnelles, unterjähriges Managen auf Basis aktueller Forecasts, während jährliche Steuerungszyklen an Bedeutung verlieren. Dafür muss die Frequenz von Rückkopplungsschleifen erhöht werden. Die technische Basis für die Agilität liegt in "Predictive Analytics", mit dessen Hilfe z.B. on-Demand automatisierte, datengetriebene Forecasts generiert werden können.

All das erfordert das Erlernen neuer Fähigkeiten. Neben den bestehenden System- und Methodenkenntnissen gewinnen daher Kenntnisse in Statistik und Informationstechnologie, kommunikative Fähigkeiten sowie ein fundiertes Geschäftsverständnis an Bedeutung. Gleichzeitig müssen Controller lernen, mit einer wachsenden strategischen und operativen Unsicherheit umzugehen. Ohne eine Trial-and-Error-Kultur wird das Controlling diese Herausforderungen nur schwer meistern können. Durch das Controlling weht also ein Hauch von Start Up Atmosphäre.