Selbstorganisierte Teams

Agilität umsetzen

Blog Post
Von Dr. Klaus Manhart    23. Januar 2017
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
In einem agilen Unternehmen müssen sich nicht nur Strukturen und Prozesse ändern, sondern vor allem das Denken und Verhalten der Mitarbeiter. Den Kern bilden selbstorganisierte Teams, die unabhängig arbeiten und ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Wenn man Mitarbeiter fragt, was sie unter "Agilität" verstehen, bekommt man die verschiedensten Antworten. Für die einen ist Agilität ein Prozess, für die anderen ein Framework und für Dritte ein Werkzeug. Für so gut wie keinen aber ist Agilität das, was es im Kern ausdrückt: ein Anstoß zur Veränderung. Für uns ist dies das Wichtigste an diesem Begriff.

Agilität ist eine Initiative, die erfordert, dass sich die Strukturen des Unternehmens verändern. Vor allem aber müssen sich die Mitarbeiter selbst und deren Denken und Verhalten wandeln. Denn Änderungen auf Unternehmensebene werden erst dann angenommen, wenn sich das Denken und Verhalten seiner Mitarbeiter ändert. Dabei kommt es auch vor allem darauf an, die agilen Werte und Prinzipien zu verstehen.

Agile Teams

Einer der wichtigsten Aspekte der agilen Philosophie ist das Konzept der selbstorganisierten Teams. Damit ist eine Gruppe gemeint, das aus hochmotivierten Mitarbeitern besteht, die unabhängig arbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Sie treffen ihre eigenen Entscheidungen und arbeiten für den Erfolg zusammen.

Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Keine Befehle und keine Kontrolle: Es gibt keinen Manager, der den Mitarbeitern Arbeit zuweist. Das selbstverwaltete Team sucht sich seine Aufgaben eigenständig vor dem Hintergrund, ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen.

  • Keine Hierarchien: Jeder im Team arbeitet gleichberechtigt, und jeder hilft dem anderen, um die Erreichung des gemeinsamen Ziels zu gewährleisten.

  • Fähigkeit, Dinge anzusprechen: Die Teammitglieder sollten in der Lage, auch kontroverse Punkte anzusprechen, den Meinungen anderer Personen zu widersprechen (auch dem Kunden) und ihren Standpunkt zu rechtfertigen.

  • Für ein gemeinsames Ziel arbeiten: Der Erfolg des Teams hat Vorrang vor dem individuellen Erfolg. Die Teammitglieder müssen zusammenarbeiten und einander unterstützen, um sicherzustellen, dass sie liefern können, was sie versprochen haben.

  • Multi-Skilling: Ein selbstorganisiertes Team sollte Mitglieder umfassen, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Ein Test-Ingenieur sollte testen und vielleicht ein bisschen programmieren können, ein Entwickler sollte ausgefeilte Progammiertechniken beherrschen.

Auf individueller Ebene bedeutet das, dass Mitarbeiter in agilen Projekten vor allem die folgenden Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen zeigen sollten: Fähigkeit zu Zusammenarbeit, verantwortliches Handeln, anspruchsvolle Kommunikation, Bereitschaft, Vertrauen aufzubauen, über Teamfähigkeit verfügen sowie Selbstdisziplin und Disziplin im Team vorweisen.